🌍 Seismische Wellen — P-Wellen, S-Wellen & die Schattenzone
Visualisiere, wie sich P-Wellen und S-Wellen nach einem Erdbeben durch die Erdschichten bewegen. Sieh die Schattenzone, die durch den flüssigen äußeren Kern entsteht, und beobachte, wie Seismographen die Erschütterungen in Echtzeit aufzeichnen.
Ein Erdbeben sendet zwei Arten von Wellen durch das Erdinnere: schnelle Kompressions-P-Wellen und langsamere Scher-S-Wellen. Sie biegen sich, reflektieren und wandeln sich um, während sie verschiedene Schichten durchqueren — und ihre Muster auf der gegenüberliegenden Seite offenbaren die Existenz des flüssigen äußeren Erdkerns.
🔬 Was es zeigt
P-Wellen (Kompression) durchlaufen Flüssigkeiten und Feststoffe; S-Wellen (Scherung) können keine Flüssigkeit durchdringen. Die Schattenzone — ein Ring 103°–142° vom Epizentrum entfernt, in dem keine direkten P-Wellen ankommen — entsteht durch Brechung an der Kern-Mantel-Grenze. S-Wellen tauchen nie jenseits von 103° wieder auf.
🎮 Bedienung
Klicke auf einen Punkt im Erdquerschnitt, um ein Erdbeben auszulösen. Beobachte, wie sich P- (rot) und S- (blau) Wellenfronten entlang von Strahlengängen ausbreiten, die mit dem Snelliusschen Gesetz berechnet werden. Schalte Schichten um, um das Geschwindigkeitsprofil von Kruste/Mantel/äußerem Kern/innerem Kern anzuzeigen.
💡 Wusstest du schon?
Richard Oldham identifizierte die Schattenzone erstmals 1906 und schloss daraus, dass die Erde einen flüssigen Kern hat. Inge Lehmann entdeckte 1936 den festen inneren Kern anhand einer schwachen Wellenankunft innerhalb der Schattenzone. Beide Entdeckungen nutzten Seismographendaten — dieselbe Physik, die diese Simulation zeigt.
Über diese Simulation
Diese Simulation zeigt, wie sich die Energie eines Erdbebens durch einen Querschnitt der Erde als zwei unterschiedliche Raumwellen ausbreitet: schnelle Kompressions-P-Wellen und langsamere Scher-S-Wellen. Wellenfronten breiten sich vom Epizentrum über verschachtelte Schichten aus — innerer Kern, flüssiger äußerer Kern, Mantel und Kruste —, während ein Ring aus sechs Seismographenstationen jede Ankunft aufzeichnet. Da S-Wellen keine Flüssigkeit durchdringen können, reproduziert das Modell die S-Wellen-Schattenzone, die erstmals den flüssigen äußeren Erdkern offenbarte.
🔬 Was gezeigt wird
Ein animierter 2D-Querschnitt des Erdinneren mit fünf Schichten. P-Wellenfronten (blau) und S-Wellenfronten (rot) breiten sich als wachsende Ringe vom Epizentrum aus. Die Anzahl der Ringe skaliert mit der gewählten Magnitude, und S-Wellen-Ankünfte werden innerhalb der Schattenzone unterdrückt (modelliert von etwa 104° bis 140° vom Epizentrum auf jeder Seite), um die Brechung an der Kern-Mantel-Grenze nachzubilden.
🎮 Bedienung
Drücke „Erdbeben auslösen" oder klicke irgendwo auf die Oberfläche des Globus, um ein neues Epizentrum festzulegen; du kannst den Epizentrum-Marker auch ziehen. Der Magnitude-Regler (M5,0–M9,0) legt die Wellenstärke fest, und der Geschwindigkeitsregler (0,5x–3,0x) steuert die Wiedergabe. Schalte „P-Wellen anzeigen", „S-Wellen anzeigen" und „Schattenzone" um, um jedes Merkmal isoliert zu betrachten. Die Infoleiste verfolgt die verstrichene Zeit und wie viele der sechs Stationen getroffen wurden.
💡 Wusstest du schon?
Richard Dixon Oldham identifizierte 1906 die seismische Schattenzone und schloss daraus, dass die Erde einen eigenständigen Kern haben muss. 1936 analysierte Inge Lehmann schwache Wellen, die innerhalb dieser Zone ankamen, und folgerte, dass der Kern einen festen inneren Teil hat, der von Flüssigkeit umgeben ist.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen P-Wellen und S-Wellen?
P-Wellen (Primärwellen) sind Kompressionswellen: Der Boden bewegt sich vor und zurück entlang der Ausbreitungsrichtung der Welle, und sie durchdringen sowohl Feststoffe als auch Flüssigkeiten. S-Wellen (Sekundärwellen) sind Scherwellen, die den Boden im rechten Winkel zur Ausbreitungsrichtung bewegen und nur durch Feststoffe laufen können. P-Wellen sind schneller und erreichen daher immer zuerst eine Station, weshalb sie hier blau dargestellt werden und vor den roten S-Wellen eintreffen.
Warum zeichnen manche Stationen nie eine S-Welle auf?
S-Wellen können keine Flüssigkeit durchdringen, und der äußere Erdkern ist geschmolzen. Wenn der Weg zu einer entfernten Station den flüssigen äußeren Kern durchqueren würde, kann keine direkte S-Welle durchkommen, wodurch die S-Wellen-Schattenzone entsteht. In dieser Simulation erstreckt sich diese Zone auf jeder Seite etwa 104° bis 140° Bogenlänge vom Epizentrum, und Stationen darin bleiben als nicht von einer S-Welle getroffen markiert.
Was verändern die Regler für Magnitude und Geschwindigkeit eigentlich?
Der Magnitude-Regler reicht von M5,0 bis M9,0 und legt fest, wie viele Wellenfront-Ringe freigesetzt werden und wie groß die Seismographen-Ausschläge sind, sodass ein größeres Beben stärkere und zahlreichere Wellen erzeugt. Der Geschwindigkeitsregler, von 0,5x bis 3,0x, skaliert lediglich, wie schnell die Animation abläuft; er verändert nicht die Physik, sondern nur, wie schnell du die Wellen sich ausbreiten und die Stationen erreichen siehst.
Ist die Simulation physikalisch genau?
Es handelt sich um ein didaktisches Modell und nicht um einen präzisen geophysikalischen Löser. Die Schichtstruktur, die Tatsache, dass S-Wellen vom flüssigen äußeren Kern blockiert werden, und die Existenz einer Schattenzone sind alle real. Allerdings werden die Wellenfronten als vereinfachte expandierende Kreise gezeichnet, und die Schattenzonenwinkel sowie die Wellengeschwindigkeiten sind aus Gründen der Klarheit gewählte Näherungen, sodass die Konzepte korrekt vermittelt werden, ohne exakte Strahlengänge zu berechnen.
Wie nutzen Seismologen diese Wellen, um das Erdinnere zu untersuchen?
Indem sie vergleichen, wann und wo P-Wellen und S-Wellen an Stationen rund um den Globus eintreffen, schließen Seismologen auf Größe, Tiefe und physikalischen Zustand jeder inneren Schicht. Das Muster fehlender direkter Wellen in der Schattenzone enthüllte den flüssigen äußeren Kern, und subtile Wellen, die in diese Zone hineingebeugt werden, enthüllten den festen inneren Kern. Im Grunde wirkt jedes Erdbeben wie ein natürlicher Scan des Erdinneren.
P-Wellen und S-Wellen rasen nach einem Erdbeben durch die Erdschichten und formen dabei die Schattenzone des flüssigen Kerns, während Seismographen die Erschütterung live aufzeichnen.
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