⚡ Kirchhoffsche Gesetze — Schaltungsanalyse-Simulator
Baue und analysiere Gleichstromschaltungen mit dem Kirchhoffschen Spannungsgesetz (ΣV=0) und Stromgesetz (ΣI=0). Knotenanalyse über die Matrix der modifizierten Knotenanalyse (MNA). Ziehe Komponenten, um deine Schaltung aufzubauen.
Kirchhoffsche Gesetze
Kirchhoffsches Spannungsgesetz (KVL)
ΣV = 0 (entlang jeder Masche)
Die algebraische Summe aller Spannungen entlang einer beliebigen geschlossenen Masche in einer Schaltung ist null. Dies ist eine Folge der Energieerhaltung — eine Ladung, die zu ihrem Ausgangsknoten zurückkehrt, erfährt eine Nettoänderung des Potenzials von null.
Beispiel: In einer Reihenmasche mit V = 12 V, R1 = 1 kΩ, R2 = 2 kΩ: 12 − I·1000 − I·2000 = 0, also I = 4 mA.
Kirchhoffsches Stromgesetz (KCL)
ΣI = 0 (an jedem Knoten)
Die algebraische Summe aller in einen Knoten hinein- oder herausfließenden Ströme ist null. Dies drückt die Ladungserhaltung aus — Ladung kann sich in einer stationären Gleichstromschaltung nicht an einem Knoten ansammeln.
Beispiel: An einem Knoten mit Strom I1 hinein sowie I2 und I3 heraus gilt: I1 = I2 + I3. Die Knotenanalyse wendet KCL an jedem Nicht-Referenzknoten an.
Modifizierte Knotenanalyse (MNA)
MNA erstellt ein Matrixsystem, das KCL (an jedem Nicht-Referenzknoten) mit den Zweiggleichungen der Spannungsquellen kombiniert. Die Unbekannten sind die Knotenspannungen V und die Zweigströme der Spannungsquellen J. Das System hat die Form:
[C | D] [J] = [E]
G: Leitwertmatrix (1/R-Einträge aus KCL)
B: Inzidenzspalten der Spannungsquellen
I: bekannte Stromeinspeisungen an Knoten
E: Werte der Spannungsquellen
Die Gauß-Elimination mit partieller Pivotisierung löst das System in O(n³) Zeit. Dieser Simulator erstellt G, B, C, D, I, E für jede voreingestellte Topologie, löst nach den Knotenspannungen und berechnet dann die Zweigströme als I_Zweig = (V_von − V_nach) / R für Widerstände und liest den J-Wert für Spannungsquellen aus.
Animierter Stromfluss: Punkte bewegen sich entlang jedes Zweigs in Richtung des konventionellen Stroms (von Plus- zu Minuspol durch die äußere Schaltung). Die Punktgeschwindigkeit ist proportional zur Stromstärke, wodurch sich Ströme über Zweige hinweg visuell leicht vergleichen lassen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kirchhoffsche Spannungsgesetz (KVL)?
Das Kirchhoffsche Spannungsgesetz (KVL) besagt, dass die algebraische Summe aller Spannungen entlang einer beliebigen geschlossenen Masche in einer Schaltung null ist: ΣV = 0. Dies ist eine Folge der Energieerhaltung — eine Ladung, die einen geschlossenen Weg durchläuft, kehrt zu demselben Potenzial zurück, von dem sie ausging. Spannungsanstiege (Quellen) und Spannungsabfälle (Widerstände) müssen im Gleichgewicht sein. Zum Beispiel liefert eine einfache Reihenmasche mit einer 12-V-Batterie, R1 = 1 kΩ und R2 = 2 kΩ: 12 − V_R1 − V_R2 = 0, was einen Strom von 4 mA und Abfälle von 4 V bzw. 8 V ergibt.
Was ist das Kirchhoffsche Stromgesetz (KCL)?
Das Kirchhoffsche Stromgesetz (KCL) besagt, dass die algebraische Summe aller in einen Knoten (Verzweigungspunkt) hinein- oder herausfließenden Ströme null ist: ΣI = 0. Dies drückt die Ladungserhaltung aus — Ladung kann sich in einer Gleichstromschaltung nicht an einem Knoten ansammeln. Treffen sich drei Zweige an einem Knoten mit Strom I1 hinein sowie I2 und I3 heraus, gilt I1 = I2 + I3. KCL ist die Grundlage der Knotenanalyse, bei der die Knotenspannungen die Unbekannten sind und pro Nicht-Referenzknoten eine KCL-Gleichung geschrieben wird.
Was ist die modifizierte Knotenanalyse (MNA)?
Die modifizierte Knotenanalyse (MNA) ist eine systematische Methode zum Lösen von Schaltungen, die die Standard-Knotenanalyse erweitert, um Spannungsquellen direkt zu handhaben. Die Schaltungsgleichungen werden als Matrixsystem [G|B; C|D][V; J] = [I; E] geschrieben, wobei G die Leitwertmatrix ist, B und C die Kopplung der Spannungsquellen behandeln, V der Vektor der Knotenspannungen ist, J der Vektor der Spannungsquellenströme, I der Vektor der eingespeisten Ströme und E der Vektor der Quellenspannungen. Die Gauß-Elimination löst alle Unbekannten gleichzeitig. MNA ist die mathematische Grundlage von SPICE und praktisch aller professionellen Schaltungssimulatoren.
Wie löst man eine Schaltung mit zwei Maschen?
Eine Schaltung mit zwei Maschen kann entweder mit Maschenanalyse oder Knotenanalyse gelöst werden. Bei der Maschenanalyse werden jeder Masche Maschenströme I1 und I2 zugewiesen, dann wird KVL angewendet: für Masche 1: V1 = I1·R1 + (I1−I2)·R2; für Masche 2: 0 = I2·R3 + (I2−I1)·R2. Umgeformt in Matrixform und gelöst durch Gauß-Elimination. Die Knotenanalyse findet die Spannung am internen Knoten mittels KCL und berechnet dann jeden Zweigstrom. Dieser Simulator verwendet MNA, das beide Methoden automatisch durch seine Matrixformulierung abdeckt.
Was ist eine Wheatstonesche Brücke und wann ist sie abgeglichen?
Eine Wheatstonesche Brücke hat vier Widerstände in Rautenform, mit einer Spannungsquelle über einer Diagonale und einem Messgerät über der anderen. Sie ist abgeglichen, wenn R1/R2 = R3/R4, äquivalent R1·R4 = R2·R3 — unter dieser Bedingung fließt kein Strom durch den Galvanometerzweig, und die Brückenspannung ist genau null. Die Abgleichbedingung erlaubt es, einen unbekannten Widerstand aus drei bekannten zu bestimmen. Wheatstonesche Brücken werden in Dehnungsmessstreifen, Thermistoren und Präzisionsinstrumenten eingesetzt und erreichen Genauigkeiten besser als 0,1 %.
Was ist der Unterschied zwischen Knotenanalyse und Maschenanalyse?
Die Knotenanalyse (basierend auf KCL) löst nach Knotenspannungen als primären Unbekannten, wobei eine Gleichung pro Nicht-Referenzknoten geschrieben wird. Sie ist effizient, wenn es viele Knoten, aber wenige Spannungsquellen gibt. Die Maschenanalyse (basierend auf KVL) löst nach Maschenströmen, wobei eine Gleichung pro unabhängiger Masche geschrieben wird. Sie ist effizient, wenn es viele Maschen, aber wenige Stromquellen gibt. Bei planaren Schaltungen entspricht die Zahl der Maschengleichungen B − N + 1 (Zweige minus Knoten plus eins). MNA kombiniert beide in einer einheitlichen Matrixformulierung, die von SPICE-basierten Simulatoren verwendet wird.
Wie gilt KVL für nicht-planare Schaltungen?
KVL gilt gleichermaßen für nicht-planare Schaltungen — die Spannungssumme entlang einer beliebigen geschlossenen Masche ist immer null, unabhängig davon, ob die Schaltung ohne Kreuzung von Leitungen gezeichnet werden kann. Nicht-planare Schaltungen können die Maschenanalyse nicht direkt verwenden, da planare Maschen nicht identifiziert werden können. Stattdessen müssen Knotenanalyse oder MNA verwendet werden, da KCL an jedem Knoten rein topologisch ist und nicht von der Planarität abhängt. Die minimale Anzahl unabhängiger KVL-Gleichungen für eine beliebige Schaltung ist B − N + 1, unabhängig von der Planarität.
Was sind Superknoten in der Knotenanalyse?
Ein Superknoten entsteht, wenn eine ideale Spannungsquelle zwei Nicht-Referenzknoten verbindet. Da die Spannungsquelle eine feste Spannungsdifferenz zwischen ihren Anschlüssen erzwingt, ist der Strom durch sie unbekannt — eine KCL-Gleichung allein mit Leitwerten kann nicht aufgestellt werden. Die Lösung besteht darin, beide Knoten als einen einzigen kombinierten Superknoten zu behandeln: KCL für die kombinierte Einheit aufstellen (alle externen Ströme = 0) und die Spannungsbedingung V_a − V_b = V_Quelle hinzufügen. Dies ergibt einen vollständigen Satz unabhängiger Gleichungen. MNA behandelt Superknoten automatisch über die Untermatrizen B und C.
Wie beeinflussen gesteuerte Quellen die MNA?
Gesteuerte (abhängige) Quellen fügen Terme hinzu, die auf andere Schaltungsvariablen verweisen. Eine spannungsgesteuerte Stromquelle (VCCS) mit Steilheit g_m speist einen Strom g_m·V_ctrl ein und fügt der G-Matrix nichtdiagonale Einträge hinzu. Eine stromgesteuerte Spannungsquelle (CCVS) fügt eine neue Unbekannte (ihren Strom) und eine neue Gleichung (ihre Spannungsbedingung) hinzu. In der MNA werden alle vier Typen — VCCS, VCVS, CCCS, CCVS — durch Erweiterung der Untermatrizen B, C, D berücksichtigt, wodurch die dünnbesetzte Struktur erhalten bleibt, die für eine effiziente Simulation erforderlich ist.
Was besagt das Überlagerungsprinzip in der Schaltungsanalyse?
Das Überlagerungsprinzip besagt, dass in einer linearen Schaltung mit mehreren unabhängigen Quellen die Antwort an jedem Element gleich der Summe der Antworten ist, die von jeder Quelle allein erzeugt werden, wobei alle anderen Quellen durch ihre Innenimpedanzen ersetzt werden (Spannungsquellen → Kurzschluss, Stromquellen → Leerlauf). Die Überlagerung vereinfacht die Analyse, wenn Quellen unterschiedliche Frequenzen haben (z. B. gemischte AC+DC-Schaltungen). Sie gilt nicht für Leistungsberechnungen, da Leistung nichtlinear ist (P = I²R), und auch nicht für Schaltungen mit nichtlinearen Elementen wie Dioden oder Transistoren.
Baue und analysiere Gleichstromschaltungen mit dem Kirchhoffschen Spannungsgesetz (ΣV=0) und Stromgesetz (ΣI=0). Matrixlöser für modifizierte Knotenanalyse.
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