📈 Nichtlineare Schwingungen — Duffing-Oszillator
Entdecke den Duffing-Oszillator: chaotische Bewegung, Phasenporträts, Poincaré-Schnitte und Bifurkationsdiagramme mit Periodenverdopplung. Interaktive nichtlineare Dynamik.
Über diese Simulation
Diese Simulation integriert numerisch den Duffing-Oszillator, ẍ + δẋ + αx + βx³ = γ·cos(ωt), mithilfe eines Runge-Kutta-Verfahrens vierter Ordnung. Mit einer negativen linearen Steifigkeit α und einer positiven kubischen Steifigkeit β bildet das Potenzial des Systems V(x) = ½αx² + ¼βx⁴ eine Doppelmulde, wodurch der Oszillator zwei stabile Ruhepunkte erhält, zwischen denen er unter periodischem Antrieb hin- und herwechseln kann. Je nach Dämpfung δ, Antriebsamplitude γ und Antriebsfrequenz ω kann sich die Trajektorie in eine einfache periodische Bahn, einen periodenverdoppelten Zyklus oder vollständig chaotische Bewegung einpendeln — ein Paradebeispiel für deterministisches Chaos in einem niedrigdimensionalen nichtlinearen System.
🔬 Was gezeigt wird
Vier verknüpfte Ansichten derselben Trajektorie: ein Phasenporträt der Position x gegenüber der Geschwindigkeit ẋ, ein Poincaré-Schnitt, der (x, ẋ) einmal pro Antriebsperiode abtastet, um die zugrunde liegende Attraktorstruktur zu offenbaren, ein Bifurkationsdiagramm, das langfristige Poincaré-Punkte gegen die Antriebsamplitude γ aufträgt, sowie ein Zeitverlauf von x(t).
🎮 Bedienung
Ziehe die Schieberegler α, β, δ, γ und ω, um die Potenzialmulden, die Dämpfung und den Antrieb neu zu formen. Nutze die Voreinstellungsschaltflächen Periodisch, Periode-2, Chaotisch und Harte Feder, um direkt in charakteristische Regime zu springen, und drücke Bifurkation scannen, um γ von 0 bis 1,5 zu durchlaufen und das resultierende Bifurkationsdiagramm zu zeichnen. Wechsle zwischen den Tabs Phasenporträt, Poincaré-Schnitt, Bifurkation und x(t), um zu ändern, was die Hauptfläche anzeigt.
💡 Wusstest du schon?
Die Duffing-Gleichung wurde ursprünglich 1918 von Georg Duffing hergeleitet, um das Verhärtungsverhalten nichtlinearer mechanischer Oszillatoren zu modellieren — Jahrzehnte bevor „Chaostheorie" als eigenes Feld existierte. Später wurde sie zu einem der ersten Lehrbuchsysteme, mit denen Wege der Periodenverdopplung ins Chaos demonstriert wurden.
Häufig gestellte Fragen
Was macht den Duffing-Oszillator „nichtlinear"?
Der Term βx³ macht die Rückstellkraft nichtlinear: Anders als bei einer einfachen Feder, bei der die Kraft proportional zur Auslenkung ist, wächst hier die Kraft mit der dritten Potenz von x. Zusammen mit einem negativen linearen Term α entsteht ein Doppelmuldenpotenzial, bei dem die resultierende Rückstellkraft die Masse zu einer von zwei stabilen Positionen drängen kann, statt zu einem einzigen Gleichgewicht.
Warum hat das System zwei „Mulden"?
Wenn α negativ und β positiv ist, besitzt die potenzielle Energiefunktion V(x) = ½αx² + ¼βx⁴ ein lokales Maximum bei x = 0 und zwei lokale Minima zu beiden Seiten. Diese Minima sind die beiden Mulden; ohne Antrieb würde sich das System in der Mulde einpendeln, der es näher gestartet ist, aber periodischer Antrieb kann es zwischen ihnen hin- und herstoßen.
Was ist ein Poincaré-Schnitt und warum einmal pro Periode abtasten?
Ein Poincaré-Schnitt nimmt eine kontinuierliche Trajektorie und erfasst ihren Zustand nur in festen Abständen, hier einmal pro Antriebsperiode T = 2π/ω. Für eine rein periodische Bahn ergibt das einen einzigen sich wiederholenden Punkt, für einen Zyklus mit Periode 2 zwei abwechselnde Punkte, und für chaotische Bewegung eine verstreute, fraktalähnliche Punktwolke, die als seltsamer Attraktor bezeichnet wird.
Wie hängt das Bifurkationsdiagramm mit dem Phasenporträt zusammen?
Das Bifurkationsdiagramm entsteht, indem alle Parameter außer γ fixiert werden, die Simulation für jeden γ-Wert bis zu einem stationären Zustand läuft und die resultierenden Poincaré-x-Koordinaten als vertikale Scheiben aufgetragen werden. Wo das Diagramm einen einzelnen Punkt pro γ zeigt, zeigt das Phasenporträt eine einfache periodische Schleife; wo es sich zu einem dichten Band auffächert, zeigt das Phasenporträt die verworrene, nicht sich wiederholende Trajektorie, die für Chaos charakteristisch ist.
Warum führt eine Erhöhung der Antriebsamplitude γ zu Chaos?
Mit wachsendem γ steigt die pro Periode eingebrachte Energie, und irgendwann hat die Trajektorie genug Energie, um eine Mulde zu verlassen und in die andere zu wechseln. Nahe diesem Übergang wird das System extrem empfindlich gegenüber Anfangsbedingungen: Zwei fast identische Startzustände divergieren exponentiell, das ist die charakteristische Signatur deterministischen Chaos, hier sichtbar als Kaskaden von Periodenverdopplungen, die in breitbandige, aperiodische Bewegung münden.
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