🌋 Eruptionsstil-Klassifikator
Stelle Magmaviskosität und flüchtigen (Gas-)Gehalt ein und beobachte, wie ein 3D-Vulkan die resultierende Eruption in Echtzeit als Hawaiianisch, Strombolianisch, Vulkanianisch oder Plinianisch klassifiziert.
Über diese Simulation
Der Eruptionsstil wird hier anhand zweier unabhängiger Achsen klassifiziert — Magmaviskosität (log₁₀ Pa·s) und gelöster flüchtiger Gehalt (Gew.-%) — die zu einem kontinuierlichen Explosivitätsindex kombiniert werden, der auch einen ungefähren VEI und die Wolkenhöhe antreibt, während eine Vier-Wege-Regel die Bezeichnung Hawaiianisch / Strombolianisch / Vulkanianisch / Plinianisch vergibt.
🔬 Was gezeigt wird
Die Viskosität bestimmt, wie leicht Gasblasen aufsteigen, sich vereinen und durch den Schlot entweichen; der flüchtige Gehalt legt fest, wie viel Gas vorhanden ist. Niedrige Viskosität hält das System „offen“ (Gas entweicht, Eruptionen bleiben sanft); hohe Viskosität plus viel Gas baut einen eingeschlossenen Überdruck auf, bis das Magma explosiv zerfällt.
🎮 Bedienung
Ziehe die Regler für Viskosität und flüchtigen Gehalt, oder klicke eine reale Voreinstellung (Kīlauea, Stromboli, Sakurajima, Pinatubo). Beobachte, wie sich Klassifikationsfeld, VEI und Wolkenhöhe live aktualisieren, drehe die Kamera durch Ziehen auf der Leinwand, und nutze „Jetzt auslösen“, um einen Impuls für ausbruchsartige Eruptionen zu erzwingen.
💡 Wusstest du schon?
Die plinianische Aschesäule des Pinatubo 1991 erreichte etwa 35 km — bis in die Stratosphäre — und kühlte die globale Durchschnittstemperatur über ein Jahr lang um etwa 0,5 °C ab, während Kīlaueas hawaiianische Lavafontänen selten einige hundert Meter überschreiten, obwohl beide basaltisch-bis-silikatische Punkte auf demselben Viskositäts-Gas-Kontinuum sind.
Häufig gestellte Fragen
Was bestimmt, ob eine Eruption explosiv oder effusiv ist?
Hauptsächlich zwei Dinge: Magmaviskosität und gelöster Gasgehalt (flüchtiger Gehalt). Magma mit niedriger Viskosität lässt Gasblasen passiv aufsteigen und entweichen, sodass sich kein Druck aufbaut und die Eruption effusiv verläuft. Hochviskoses Magma schließt dasselbe Gas ein, bis es die Festigkeit des Magmas überwindet und es explosiv zerreißt.
Warum ist Hawaiianisch der sanfteste Eruptionsstil?
Hawaiianische Eruptionen stammen von sehr flüssigem basaltischem Magma (Viskosität so niedrig wie 10-100 Pa·s). Gasblasen steigen fast so schnell auf, wie sie entstehen, sodass das System „offen“ bleibt und kontinuierlich entgast, während Lavafontänen und -ströme entstehen, statt den für einen heftigen Ausbruch nötigen Überdruck aufzubauen.
Was macht strombolianische Eruptionen rhythmisch und wiederkehrend?
In einem strombolianischen System bilden sich große Gasblasen („Slugs“), die mit relativ konstanter Rate durch einen recht flüssigen Schlot aufsteigen. Jeder Slug platzt einzeln an der Oberfläche und erzeugt die kurzen, gleichmäßig verteilten Explosionen, die Stromboli seinen Spitznamen „Leuchtturm des Mittelmeers“ einbrachten.
Warum treten vulkanianische Eruptionen in plötzlichen heftigen Ausbrüchen auf?
Vulkanianische Eruptionen betreffen zäheres Magma, das zwischen den Ereignissen zu einem den Schlot versiegelnden Pfropfen erstarren kann. Gasdruck baut sich unter dem Pfropfen auf, bis dieser katastrophal versagt und einen kurzen, scharfen Ausbruch aus Asche und Blöcken freisetzt — dann beginnt der Zyklus erneut, sobald sich ein neuer Pfropfen bildet.
Was macht plinianische Eruptionen zum gefährlichsten Stil?
Plinianische Eruptionen benötigen Magma, das sowohl hochviskos (oft rhyolitisch oder dazitisch) als auch gasreich ist. Das eingeschlossene Gas zerreißt das Magma beim Aufstieg fast vollständig und treibt eine anhaltende, auftriebsgetriebene Säule an, die die Stratosphäre durchdringen, in tödliche pyroklastische Ströme kollabieren und Asche sowie Schwefelaerosole injizieren kann, die das globale Klima beeinflussen.
Was ist der hier gezeigte Vulkanexplosivitätsindex (VEI)?
VEI ist eine logarithmische Skala von 0-8, die von Vulkanologen genutzt wird, basierend hauptsächlich auf ausgeworfenem Volumen und Wolkenhöhe. Diese Simulation leitet einen ungefähren VEI aus ihrem eigenen Explosivitätsindex ab (einer Funktion von Viskosität und Gasgehalt), ist also illustrativ und keine kalibrierte Messung einer bestimmten realen Eruption.
Ist die Klassifikation eine scharfe Grenze oder ein Kontinuum?
Es ist ein Kontinuum. Die vier benannten Stile sind nützliche Bezeichnungen für Regionen im Viskositäts-Gas-Raum, aber reale Eruptionen können nahe einer Grenze liegen, während der Eruption zwischen Stilen wandern, wenn sich die Magmazusammensetzung ändert, oder Eigenschaften mischen — der dahinterliegende Explosivitätsindex ist vollständig kontinuierlich.
Ist diese Simulation physikalisch genau?
Es ist ein Lehrmodell, kein forschungstauglicher Schlotströmungslöser. Es erfasst die richtige qualitative Beziehung — Viskosität drosselt das Gasentweichen, Gasgehalt legt fest, wie viel Druck aufgebaut werden kann, und beide zusammen bestimmen die Explosivität — aber reale Eruptionen hängen auch von Schlotgeometrie, Magmazufuhrrate und Kristallgehalt ab, die hier vereinfacht weggelassen werden.