💹 Finanzielles Ansteckungsnetzwerk
Banknetzwerk: Vermögens-Verbindlichkeits-Verknüpfungen übertragen Schocks. Fällt das Eigenkapital einer Bank unter null, gerät sie in Zahlungsausfall und überträgt Verluste an Gläubiger (Eisenberg-Noe-Clearing). Erlebe systemisches Risiko und „too big to fail”.
Über diese Simulation
Diese Simulation platziert eine Handvoll Banken in einem Ring-, Vollständigkeits-, Zufalls- oder Kern-Peripherie-Interbankennetzwerk, jede mit eigenen Vermögenswerten, Eigenkapital und Interbankenverpflichtungen. Du kannst eine Bank anklicken, sie mit einem Vermögensschock treffen und durch die Eisenberg-Noe-Clearing-Runden schreiten, um zu beobachten, wie sich Verluste durch die Gläubiger ausbreiten. Eine Bank wird rot, sobald ihr Eigenkapital null unterschreitet, und jeder Klick auf „Weitergeben” löst eine weitere Welle der resultierenden Ausfallkaskade aus.
🔬 Was gezeigt wird
Ein kreisförmiger Graph von Banken, deren Größe von den Vermögenswerten abhängt, mit grünen Eigenkapitalbalken unter jedem Knoten, roter Hervorhebung für ausgefallene Banken, orangefarbener für geschockte, aber noch solvente Banken, und Kantenfarben, die zeigen, welche Interbankenverbindungen gerade Verluste übertragen.
🎮 Bedienung
Stelle Bankenanzahl, Interbankendichte, Schockgröße und Kapitalquote mit den Reglern ein, wähle eine Topologie aus dem Dropdown, klicke auf „Neues Netzwerk” zum Neuaufbau, klicke auf einen Bankknoten, um ihn auszuwählen, dann wiederholt auf „Ausgewählte Bank schocken” und „Weitergeben”, um die Kaskade Runde für Runde zu beobachten.
💡 Wusstest du schon?
Ein vollständig verbundenes (komplettes) Interbankennetzwerk kann kleine Schocks besser absorbieren als ein spärliches Ringnetzwerk, weil Verluste über alle Gläubiger verteilt werden — doch jenseits einer kritischen Schockgröße verwandelt sich dieselbe dichte Vernetzung in eine Superautobahn für Ansteckung, die Ausfälle fast gleichzeitig auf fast jeden ausbreitet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist finanzielle Ansteckung?
Finanzielle Ansteckung ist die Ausbreitung finanzieller Notlagen über Institutionen hinweg durch direkte Verbindungen (Interbankenkredite, Derivate) oder indirekte Kanäle (Notverkäufe, Vertrauenseffekte). Der Ausfall einer Bank verursacht Verluste bei ihren Gläubigern, was weitere Ausfälle auslösen kann.
Was ist das Eisenberg-Noe-Clearing-Modell?
Das Eisenberg-Noe-Modell (2001) berechnet den eindeutigen Clearing-Zahlungsvektor in einem Interbankennetzwerk. Jede Bank zahlt ihre Verpflichtungen proportional zu ihren Verbindlichkeiten, vorbehaltlich beschränkter Haftung. Der Algorithmus iteriert, bis ein Fixpunkt erreicht ist.
Was ist systemisches Risiko?
Systemisches Risiko ist das Risiko, dass der Ausfall einer Institution eine Kaskade von Ausfällen im gesamten Finanzsystem auslöst. Es entsteht durch Vernetzung, gemeinsame Engagements und Liquiditätsspiralen, die solvente Institutionen insolvent werden lassen können.
Was bedeutet too-big-to-fail?
Too-big-to-fail bezieht sich auf Banken, die so groß und vernetzt sind, dass ihr Ausfall einen systemischen Zusammenbruch verursachen würde. Regierungen retten sie deshalb, was moralisches Risiko schafft — Banken gehen übermäßige Risiken ein, weil sie wissen, dass sie gerettet werden.
Wie beeinflusst die Netzwerkstruktur die Ansteckung?
Vollständige Netzwerke (jede Bank verleiht an jede andere) sind widerstandsfähiger gegen kleine Schocks, verstärken aber große. Ringnetzwerke konzentrieren Verluste. Kern-Peripherie-Strukturen, üblich in echten Interbankenmärkten, schaffen einen verwundbaren Kern.
Was löst in dem Modell einen finanziellen Schock aus?
Externe Schocks umfassen Wertverluste bei Vermögenswerten (Immobiliencrash, Abschreibungen von Staatsanleihen), Abzug von Großhandelsfinanzierung oder plötzlichen Vertrauensverlust am Markt. In dieser Simulation kannst du eine Bank auswählen und einen Vermögensschock anwenden.