StartseiteExplosionen & SprengphysikDruckwelle — Schockwelle & Überdruck

💥 Druckwelle — Schockwelle & Überdruck

Interaktiver Punktquellen-Druckwellensimulator. Sedov-Taylor-Skalierung der Stoßfront, Spitzenüberdruck gegenüber Entfernung und eine live berechnete Friedlander-Überdruck-Zeit-Wellenform — die Physik, die im explosionssicheren Bauwesen gelehrt wird.

Explosionen & Sprengphysik2DFortgeschritten60 FPS🔥 Feuer💨 Luft & Wind
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Über diese Simulation

Dieser Simulator modelliert die Strömungsdynamik einer Punktquellen-Druckwelle, die sich in eine gleichförmige Atmosphäre ausbreitet — dasselbe idealisierte Problem, das G. I. Taylor und Leonid Sedov in den 1940er-Jahren unabhängig voneinander lösten, um zu beschreiben, wie eine Stoßfront aus einer plötzlichen, lokalisierten Energiefreisetzung entsteht. Der Stoßfrontradius folgt dem selbstähnlichen Sedov-Taylor-Skalierungsgesetz R(t) = ξ₀·(E·t²/ρ₀)^(1/5), der Spitzenüberdruck an der Front fällt mit der Entfernung steil ab, und an jedem gewählten Beobachtungspunkt folgt der Druck-Zeit-Verlauf der klassischen Friedlander-Wellenform: ein scharfer Sprung bei Ankunft, gefolgt von einem exponentiellen Abfall durch eine kurze negative Phase.

🔬 Was gezeigt wird

Eine Draufsicht auf die sich von einer Punktquelle ausbreitende Stoßfront, eingefärbt nach lokalem Überdruck, zusammen mit einem live gezeichneten Überdruck-Zeit-Diagramm an einer festen Beobachterentfernung — genau die beiden Kurven, die Lehrbücher zum Explosionsschutz-Ingenieurwesen verwenden, um Schutzbauten zu dimensionieren.

🎮 Bedienung

Stellen Sie die Energieausbeute (ein logarithmischer TNT-Äquivalent-Regler, rein eine Einheit freigesetzter Energie), die Umgebungsluftdichte und die Beobachterentfernung ein. Beobachten Sie, wie Stoßradius, seine momentane Geschwindigkeit, der Spitzen- und aktuelle Überdruck beim Beobachter sowie die Ankunftszeit live aktualisiert werden, während sich der Ring ausdehnt.

💡 Wussten Sie schon?

Da R(t) mit der fünften Wurzel der Energie skaliert, treibt eine 100-fach größere Energiefreisetzung die Stoßfront bei gleicher Zeit nur etwa 2,5-mal weiter voran — diese schwache Skalierung ist genau der Grund, warum sich explosionssicheres Design so stark auf den Sicherheitsabstand statt allein auf die Energie konzentriert.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Sedov-Taylor-Lösung?

Es handelt sich um eine selbstähnliche Lösung der strömungsmechanischen Gleichungen, die eine starke, durch eine plötzliche, lokalisierte Energiefreisetzung in ein gleichförmiges Gas nach außen getriebene Stoßwelle beschreibt. Sie sagt voraus, dass der Stoßradius als R(t) ∝ (E·t²/ρ₀)^(1/5) wächst — ein Ergebnis, das unabhängig voneinander von G. I. Taylor und L. Sedov hergeleitet und später anhand echter Sprengtest-Fotografie bestätigt wurde.

Warum fällt der Überdruck mit der Entfernung so schnell ab?

Im Fernfeld nimmt der seitliche Spitzenüberdruck einer Punktquellen-Druckwelle näherungsweise mit dem Kehrwert der dritten Potenz der Entfernung ab (Δp ∝ R⁻³), weil sich dieselbe Gesamtenergie über eine immer größere sphärische Stoßfront verteilt. Diese Simulation verwendet eine vereinfachte Kurve mit dieser korrekten Fernfeld-Asymptotik, geglättet in Quellnähe, um eine unphysikalische Singularität zu vermeiden.

Was ist eine Friedlander-Wellenform?

Es ist die im Explosionsschutz-Ingenieurwesen verwendete idealisierte Standardform des Druck-Zeit-Verlaufs an einem festen Punkt: Der Druck springt bei Ankunft der Stoßwelle scharf auf sein Maximum, fällt dann während einer positiven Phase näherungsweise exponentiell ab und sinkt kurz unter den Umgebungsdruck, bevor er sich erholt.

Bedeutet eine größere Energiefreisetzung immer eine proportional größere Stoßwelle?

Nein — da der Stoßradius mit der fünften Wurzel der Energie skaliert (R ∝ E^(1/5)), führt jede zusätzliche Größenordnung an Energie zu einer vergleichsweise bescheidenen Zunahme der Reichweite der Stoßfront zu einem gegebenen Zeitpunkt. Deshalb dominiert der Sicherheitsabstand das explosionssichere Bauwesen weit stärker als die reine Energie.

Warum ist die Dichte der Umgebungsluft wichtig?

Die umgebende Luft ist das Medium, gegen das die Stoßwelle drückt; dichtere Luft (niedrigere Höhe, kältere Temperatur) leistet der expandierenden Stoßwelle stärkeren Widerstand, sodass die Stoßfront bei gleicher Energiefreisetzung langsamer wächst und zu einem gegebenen Zeitpunkt kleiner bleibt — genau wie es der ρ₀-Term in der Sedov-Taylor-Formel vorhersagt.

⚙ Technische Details

Eine Punktquellen-Druckwelle in einer gleichförmigen Atmosphäre, modelliert mit Sedov-Taylor-Skalierung für die expandierende Stoßfront und einer Friedlander-Wellenform für den Überdruck an einer gewählten Beobachterentfernung — dieselbe Physik, die im explosionssicheren Bauwesen verwendet wird.

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