🌲 Waldbrandausbreitung — Perkolation & Zellulärer Automat
Waldbrand-Zellularautomaten-Simulation. Passen Sie Baumdichte, Entzündungswahrscheinlichkeit und Nachwuchsrate an. Erkunden Sie den Perkolations-Phasenübergang.
Über diese Simulation
Das Waldbrandmodell ist ein zellulärer Automat auf einem Gitter, bei dem jede Zelle leer, ein lebender Baum oder brennend ist. In jedem Schritt werden brennende Zellen zu leerem Boden, Bäume neben Feuer entzünden sich, Bäume können sich selten spontan durch einen „Blitzschlag“ entzünden, und leere Zellen wachsen mit kleiner Wahrscheinlichkeit wieder zu Bäumen nach.
🔬 Was gezeigt wird
Einstellbare Baumdichte, Entzündungswahrscheinlichkeit und Nachwuchsrate lassen Sie beobachten, wie Feuer hindurchziehen und sich der Wald erholt. Mit steigender Baumdichte über einen kritischen Schwellenwert gewinnt Feuer plötzlich die Fähigkeit, das gesamte Gitter zu durchqueren.
🎮 Bedienung
Klicken Sie auf die Zeichenfläche, um ein Feuer zu entzünden, und ziehen Sie die Regler für Dichte, Entzündung und Wachstum, um zu sehen, wie sich das Verhalten des Systems in der Nähe der Perkolationsschwelle ändert.
💡 Wussten Sie schon?
Dieselbe Perkolationsmathematik beschreibt Epidemieausbrüche, den Fluss von Flüssigkeiten durch poröses Gestein und die Robustheit vernetzter Netzwerke.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Waldbrand-Zellularautomat?
Es ist ein Gitter, in dem jede Zelle leer, ein Baum oder brennend ist. Einfache Regeln aktualisieren alle Zellen gemeinsam bei jedem Schritt: Feuer breitet sich auf benachbarte Bäume aus, brennende Zellen werden leer, leere Zellen wachsen langsam wieder zu Bäumen nach, und Blitzschlag entzündet gelegentlich zufällig einen Baum.
Was ist der Perkolations-Phasenübergang?
Mit steigender Baumdichte gibt es einen kritischen Schwellenwert, an dem Cluster verbundener Bäume plötzlich das gesamte Gitter überspannen. Darunter bleiben Feuer lokal; darüber kann eine einzige Entzündung den gesamten Wald abbrennen. Dieser abrupte Wechsel ist der Perkolations-Phasenübergang.
Wie ändern sich die vier Zustände im Laufe der Zeit?
Eine brennende Zelle wird im nächsten Schritt leer. Ein Baum wird brennend, wenn ein Nachbar in Flammen steht oder Blitz einschlägt. Eine leere Zelle wird mit der Nachwuchswahrscheinlichkeit zu einem Baum. Ein Baum ohne brennende Nachbarn und ohne Blitzeinschlag bleibt ein Baum.
Was steuert die Baumdichte?
Dichte ist der Anteil der Zellen, die Bäume enthalten. Sie bestimmt, wie vernetzt der Wald ist: nahe der Perkolationsschwelle verursachen kleine Dichteänderungen dramatische Veränderungen, wie weit sich Feuer ausbreiten können.
Was ist selbstorganisierte Kritikalität?
Durch fortlaufendes Nachwachsen und seltenen Blitzeinschlag pendelt sich der Wald natürlich um die kritische Dichte ein, ohne dass dies eingestellt werden müsste. Das Ergebnis sind Feuer aller Größen, deren Häufigkeit einem Potenzgesetz folgt — ein Kennzeichen selbstorganisierter Kritikalität.
Warum folgen die Feuergrößen einem Potenzgesetz?
Nahe der Kritikalität existieren Baumcluster auf jeder Skala, sodass eine Entzündung einen winzigen Flecken oder, seltener, ein riesiges verbundenes Gebiet verbrennen kann. Viele kleine Feuer und seltene sehr große erzeugen die charakteristische Potenzgesetz-Größenverteilung.
Welche Rolle spielt der Blitz?
Blitz ist die seltene zufällige Entzündung, die in einem ansonsten statischen Wald neue Feuer entfacht. Seine geringe Wahrscheinlichkeit im Vergleich zum Nachwachsen hält das System nahe dem kritischen Zustand, statt auszubrennen oder zu sättigen.
Wie beeinflusst die Nachwuchsrate die Dynamik?
Schnelleres Nachwachsen baut verbundenen Wald früher wieder auf und ermöglicht häufigere große Feuer; langsameres Nachwachsen hält den Wald spärlich und die Feuer klein. Das Gleichgewicht zwischen Nachwachsen und Entzündung bestimmt, wo sich das System selbst organisiert.
Ist dies ein genaues Modell echter Waldbrände?
Es ist ein idealisiertes Modell, das den statistischen Charakter der Ausbreitung und den kritischen Dichteeffekt erfasst, nicht die exakte Feuerphysik. Echte Waldbrandmodelle fügen Wind, Gelände, Feuchtigkeit und Brennstoffart hinzu, aber dies erfasst das wesentliche Perkolationsverhalten.
Was beschreibt die Perkolationstheorie noch?
Dieselbe Mathematik modelliert Epidemieausbreitung in Populationen, Flüssigkeitsfluss durch poröses Gestein, Leitfähigkeit in Zufallsmaterialien und die Konnektivität und Robustheit von Netzwerken, was das Waldbrandmodell zu einem Fenster in viele Systeme macht.