❤️ EKG-Simulator — 12-Kanal-Elektrokardiogramm
Interaktiver EKG-Simulator. Erzeuge synthetische 12-Kanal-EKG-Kurven aus einem 2D-Myokard-Depolarisationsmodell. Beobachte normalen Sinusrhythmus, Tachykardie, Bradykardie, Vorhofflimmern und Kammerflimmern.
Über diese Simulation
Dieses Werkzeug synthetisiert ein sechs-Kanal-Elektrokardiogramm in Echtzeit, indem jeder Herzzyklus aus überlappenden Gauß-Pulsen aufgebaut wird, die die P-Welle, den Q-R-S-Ausschlag und die T-Welle darstellen. Jeder Kanal projiziert diesen Schlag über eine Kosinus-Gewichtung auf seine eigene elektrische Achse, sodass dasselbe zugrunde liegende Ereignis in Ableitung II, aVR oder V1 unterschiedlich aussieht.
🔬 Was gezeigt wird
Jeder Herzschlag ist eine Summe von Gauß-Kurven: eine P-Welle bei Phase 0,12, ein Q-R-S-Tripel bei Phase 0,28–0,34 und eine T-Welle bei Phase 0,55. Der Kanalausgang ist dieser Schlag multipliziert mit cos(Winkel − 60°), wobei V1 den QRS invertiert.
🎮 Bedienung
Wähle eine Rhythmus-Voreinstellung (Normaler Sinus, Sinus-Tachy/Brady, Vorhofflimmern, Kammerflimmern, Kammertachykardie). Regler stellen Herzfrequenz (30–200 bpm) sowie P-, QRS- und T-Wellenamplituden ein.
💡 Wusstest du schon?
Das klinische Standard-12-Kanal-EKG nutzt nur 10 Elektroden — die sechs Extremitätenableitungen werden mathematisch aus drei gemessenen Potenzialen abgeleitet.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Elektrokardiogramm (EKG)?
Ein Elektrokardiogramm ist eine grafische Aufzeichnung der elektrischen Spannungen, die das Herz mit jedem Schlag erzeugt, erfasst durch Elektroden auf der Haut. Die charakteristische P-QRS-T-Kurve spiegelt die geordnete Ausbreitung elektrischer Depolarisation durch Vorhöfe und Ventrikel wider.
Wie benutze ich die Simulationsregler?
Wähle eine Rhythmus-Voreinstellung — normaler Sinus, Sinustachykardie, Sinusbradykardie, Vorhofflimmern, Kammerflimmern oder Kammertachykardie — um klinisch typische Parameter zu laden. Nutze den Herzfrequenz-Regler (30–200 bpm), um das RR-Intervall zu ändern.
Welche normalen EKG-Intervalle sollte ich erwarten?
Im normalen Sinusrhythmus bei 60–100 bpm liegt das PR-Intervall bei 120–200 ms, die QRS-Dauer bei 70–100 ms und das korrigierte QT-Intervall (QTc) unter 440 ms bei Männern und 460 ms bei Frauen.
Wie leitet das 12-Kanal-System mehrere Ansichten aus 10 Elektroden ab?
Das Standard-12-Kanal-EKG nutzt vier Extremitätenelektroden und sechs Brustwandelektroden. Aus den drei unabhängigen Extremitätenpotenzialen werden sechs Extremitätenableitungen mathematisch abgeleitet: Ableitungen I, II und III bilden das Einthoven-Dreieck.
Was passiert im EKG bei Vorhofflimmern?
Bei Vorhofflimmern zerfällt die organisierte Vorhoferregung in chaotische, schnelle Impulse und löscht die diskrete P-Welle, die durch eine feine Flimmerlinie ersetzt wird. Der AV-Knoten empfängt Impulse unregelmäßig, was zu einem charakteristisch unregelmäßigen Kammerrhythmus führt.
Wer erfand das EKG und wann?
Der niederländische Physiologe Willem Einthoven entwickelte 1901–1903 das Saitengalvanometer, empfindlich genug, um Herzspannungen aufzuzeichnen. Er führte die P-Q-R-S-T-Buchstabennotation ein, die bis heute verwendet wird, und erhielt 1924 den Nobelpreis.