Startseite Physik & Mechanik Ballistisches Pendel — Geschwindigkeitsmessung aus Impuls & Energie

🎯 Ballistisches Pendel — Geschwindigkeitsmessung aus Impuls & Energie

Schießen Sie eine Kugel in ein Pendelgewicht und beobachten Sie, wie Impulserhaltung beim Stoß, gefolgt von Energieerhaltung beim Ausschlag, die ursprüngliche Geschwindigkeit der Kugel wiederherstellt — die klassische Methode des ballistischen Pendels.

Physik & Mechanik2DMittel60 FPS
ballistic-pendulum ↗ Eigenständig öffnen
ZIEHEN · SCROLLEN · KLICKEN — Steuerung direkt im Simulationsfenster.

Über diese Simulation

Das ballistische Pendel löst ein Problem, das die Geschützkunde zwei Jahrhunderte lang plagte: Wie misst man die Geschwindigkeit von etwas, das zu schnell ist, um es mit dem Auge zu stoppen? Der Trick besteht darin, das Ereignis in zwei Stufen zu zerlegen, die jeweils einem anderen Erhaltungssatz gehorchen. In Stufe eins bettet sich eine Kugel der Masse m mit Geschwindigkeit v in ein ruhendes Holzgewicht der Masse M ein — ein Stoß, der in Bruchteilen einer Millisekunde vorbei ist. Da während dieses Augenblicks keine äußere horizontale Kraft wirkt, ist der Impuls erhalten: m·v = (m+M)·V. Dieser Stoß ist vollkommen unelastisch — die Kugel bleibt stecken —, sodass die kinetische Energie hier ausdrücklich nicht erhalten bleibt; ein großer Teil geht durch Verformung, Wärme und Schall verloren.

Häufig gestellte Fragen

Was zeigt diese Simulation eigentlich?

Sie animiert eine Kugel, die einfliegt und sich in ein ruhendes Pendelgewicht einbettet, das dann entlang eines Kreisbogens bis zu einem Höchstwinkel ausschlägt, bevor es zurückschwingt. Das Telemetrie-Panel zeigt den Impuls kurz vor und nach dem Stoß (gleich, was Erhaltung zeigt), die kinetische Energie vor und nach dem Stoß (sehr unterschiedlich, was den Verlust zeigt) sowie Ausschlaghöhe und -winkel.

Warum verliert der Stoß so viel Energie, während der Impuls dennoch erhalten bleibt?

Impuls und kinetische Energie sind unter verschiedenen Bedingungen erhalten. Impuls bleibt in jedem Stoß ohne äußere horizontale Nettokraft erhalten, unabhängig davon, wie stark sich die Objekte dabei verformen. Kinetische Energie bleibt nur bei vollkommen elastischen Stößen erhalten. Eine in Holz eindringende Kugel ist das Lehrbuchbeispiel eines vollkommen unelastischen Stoßes.

Wer erfand das ballistische Pendel und warum?

Der englische Mathematiker Benjamin Robins führte das ballistische Pendel 1742 ein, beschrieben in seinem Buch 'New Principles of Gunnery'. Bevor es elektronische Chronografen gab, gab es keine direkte Möglichkeit, eine Musketenkugel zu timen, die sich mehrere hundert Meter pro Sekunde bewegte. Robins erkannte, dass der Impuls der Kugel auf ein schweres, langsames Pendel übertragen werden konnte, dessen Ausschlag leicht zu messen war.

Was ist die zweistufige Berechnung, die der Simulator durchführt?

Schritt eins wendet Impulserhaltung auf den augenblicklichen, vollkommen unelastischen Stoß an: m·v = (m+M)·V, was die Geschwindigkeit V nach dem Stoß ergibt. Schritt zwei wendet Erhaltung der mechanischen Energie auf den folgenden Ausschlag an: ½(m+M)V² = (m+M)gh, was die Steighöhe h ergibt, die sich über h = L(1−cos θ_max) in einen maximalen Ausschlagwinkel umrechnet.

Wie genau ist diese Simulation physikalisch?

Die Kernphysik — Impulserhaltung beim Stoß und Erhaltung der mechanischen Energie beim Ausschlag — ist exakt und genau das, worauf sich ein echtes ballistisches Pendel stützt. Die Simulation lässt sekundäre Realwelteffekte wie Luftwiderstand beim Ausschlag, Reibung am Drehpunkt, die endliche Größe und das Trägheitsmoment des Gewichts sowie als Schall abgestrahlte Energie aus.

Verwandte Simulationen